Schutzschirmverfahren

Eigenverwaltungsverfahren

Das Schutzschirmverfahren

Bei einem Schutzschirmverfahren handelt es sich um eine Variante des „normalen“ Eigenverwaltungsverfahrens, das um gewisse Besonderheiten und Möglichkeiten erweitert wurde. Hier steht das Unternehmen unter einem besonderen Schutz vor Gläubigerzugriffen, um eine dauerhafte Sanierung des Unternehmens zu ermöglichen. Die bisherige Geschäftsführung bleibt im Amt und bleibt entscheidungsbefugt. Statt eines Insolvenzverwalters wird der Geschäftsleitung ein vorläufiger Sachverwalter an die Seite gestellt, der im Wesentlichen eine Kontroll- und Aufsichtsfunktion hat.

Ablauf des Schutzschirmverfahren

In einem Schutzschirmverfahren wird dem Unternehmen mit dem im Zeitraum zwischen Eröffnungsantrag und Verfahrenseröffnung ein besonderes Verfahren zur Verfügung gestellt, um in Eigenverwaltung einen Sanierungsplan zu erstellen.

Das Schutzschirmverfahren als Sanierungsverfahren ist nur dann beantragbar, wenn zum Zeitpunkt der Antragstellung lediglich die Zahlungsunfähigkeit droht, aber noch nicht eingetreten ist. Ferner muss schlüssig dargelegt werden, dass die angestrebte Sanierung nicht offensichtlich aussichtslos ist.

Eigenverwaltungsverfahren

Wesentliche Voraussetzung für eine erfolgreiche Unternehmenssanierung ist es gerade in der kritischen Phase des Eröffnungsverfahrens, das Vertrauen sowohl der Kunden als auch der Lieferanten zu gewinnen, da deren Mitwirkung für eine langfristige Betriebsfortführung unerlässlich ist.

Da sich insbesondere das Schutzschirmverfahren in den vergangenen Jahren in der öffentlichen Wahrnehmung als Instrument zur Sanierung von Unternehmen durchgesetzt hat, ist diese Zielsetzung mittels Schutzschirmverfahren eher zu erreichen als bei Beantragung eines vorläufigen Insolvenzverfahrens.

Die Anordnung eines „normalen“ vorläufigen Insolvenzverfahrens suggeriert oftmals ein fehlendes Fortführungskonzept und dass das Unternehmen im Rahmen des Insolvenzverfahrens abgewickelt werden wird. Die Anordnung eines vorläufigen Insolvenzverfahrens führt daher erfahrungsgemäß zu erheblichen Unsicherheiten bei den Auftraggebern und Lieferanten.

Um die Geschäftsbeziehungen im vorläufigen Verfahren nicht zu gefährden, ist aber das besondere Vertrauen der Kunden in die Fortführung des Unternehmens erforderlich, was gerade in einem Schutzschirmverfahren eher zu erreichen ist.

Vorteile des Schutzschirmverfahrens

Das Schutzschirmverfahren bietet im Wesentlichen folgende Vorteile für das antragsstellende Unternehmen:

  • Anders als in einem vorläufigen Eigenverwaltungsverfahren muss das Gericht auf Antrag des Unternehmens Maßnahmen der Zwangsvollstreckung gegen es untersagen oder einstweilen einstellen
  • Das Gericht muss auf Antrag des Unternehmens anordnen, dass dieses Masseverbindlichkeiten begründen darf. Damit wird es möglich, die Verfügungsbefugnis ausschließlich beim Unternehmen zu konzentrieren und den vorläufigen Sachwalter lediglich auf eine Überwachungsfunktion zu begrenzen
  • Das Unternehmen darf selbst einen vorläufigen Sachwalter vorschlagen, den das Insolvenzgericht nur bei offensichtlicher Ungeeignetheit ablehnen darf
  • Das Insolvenzgericht kann das Schutzschirmverfahren nur in bestimmten, im Gesetz definierten Fällen aufheben
  • Ein weiterer Vorteil des Schutzschirmverfahrens ist die Möglichkeit, dass Arbeitnehmer bereits Antrag auf Insolvenzgeld stellen können, weil ein Insolvenzereignis vorliegt.
Wir führen Sie sicher aus der Krise

Sehen Sie Handlungsbedarf?

Jetzt Termin vereinbaren